Hildegard von Binge Drinking + Strobocop

Hildegard von Binge Drinking + Strobocop
Donnerstag | 29. März 2018 | 20:00 Uhr


HILDEGARD VON BINGE DRINKING;

Jesus ist tot. Punk auch. Und selbst wenn’s Spinner gibt, die das leugnen: Deal with it. Machen Hildegard von Binge Drinking ja auch. Von Punk ist nur das Skelett übrig, das Direkte, die Wut – nicht das Wiederkäuen des immer gleichen Einheitsbreis und der Glaube daran, dass kurz nach Discharge die Geschichte aufgehört hat. Apropos Glaube: Der war noch nie in the mix. Dafür Krautrock oder zumindest heilsame Essenzen davon: Schlagzeug motorisch. Synthieläufe von hier bis Wolperath. Und der Vocoder, der schon bei Kraftwerk aus dem mittelmäßigen Sänger Ralf Hütter den grandiosen Sänger Ralf Hütter gemacht hat.

Jetzt also, nach 70 Shows zwischen Fusion, Christopher Street Day und französischem Bierfest: Debütalbum. Namens „Hildegard von Binge Drinking“ und zum Thema Schlaf. Ein Soundtrack der Träume – aber eher solcher, die man hat, wenn man betrunken unter einem flackernden Deckenlicht einschläft: kalter Schweiß, unkontrollierbares Muskelzucken, nervöses Aufschrecken – und die Frage, ob dieser Alptraum Realität ist oder diese Realität der Alptraum. Fallen. Immer wieder Fallen. Aber auch über Schlaf als letzten Rückzugsort vor diesem Alptraum Realität. Fluchten. Immer wieder Fluchten. Temporär. Oder auch dauerhaft, siehe „Death“.

Wie das klingt? Kalt, wie sowjetischer New Wave aus den 80ern. Aus einer Zeit, als die Welt noch unterging. Künstlich, wie Synthesizer eben klingen – oder besser: wie ein Synthesizer eben klingt, schließlich ist es nur einer. Authentizität ist überbewertet, analog sowieso. Kompakt, weil es doch nur ein Duo ist. Auch wenn sich diese Chöre nach mehr anhören.

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STROBOCOP….klingt wie der krasse, dreckige 8-Bit-Sound im Stile der legendären Atari Spiele-Console im Eurorack Modular Synthesizer. Strobocop ist hier der einsame Shooter, der sich einsam und alleine fühlt, emotionslos rumballert und macht und tut, weil er funktionieren muss.

Doch was macht ein Strobocop, wenn das Maß voll ist, keine Lust mehr hat, für andere Befehle auszuführen? Er drückt den Selbstauslöser, nicht der der Kamera, sondern sprengt sich selber in die Luft. Ein Tyrann sein ohne Sinn, eine Bankrotterklärung für Stumpfsinn, Meineid und schlechte Witze!
Das reicht, um den Adrenalinpegel steigen zu lassen, Endorphine auszuschütten und wilde Sau zu spielen. Bevor die Welt dich fertig macht, mach dich selber kaputt. Mit Bumm Bumm und dem Mittelfinger. Futurismus Maximus ist Laserpunk mit der Lizenz zum Raven, gegen Kapital und Deutschland, für den Luxus für Alle und für einen outrageous square im nächsten Level. (Underdog Fanzine)